
Mit der Approach S72 bringt Garmin sein neues Flaggschiff für Golfer auf den Markt. AMOLED-Display, Titan-Lünette, Saphirglas, neue Schwungmetriken, Golf-Vitaldaten und Unterstützung beim Lesen von Grüns sollen die Golfuhr zur bislang umfangreichsten Approach machen. Wir schauen uns an, was die Garmin Approach S72 kann, für wen sie interessant ist – und ob 799,99 Euro gerechtfertigt sind.
Wer eine Golfuhr nur dafür braucht, um die Entfernung zur Fahne abzulesen, dürfte mit der neuen Garmin Approach S72 ziemlich deutlich überversorgt sein. Garmin entwickelt seine Premium-Golfuhr konsequent weiter und macht aus dem klassischen GPS-Entfernungsmesser zunehmend ein Analyse- und Trainingsinstrument.
Die am 6. Oktober 2026 vorgestellte Garmin Approach S72 erscheint in zwei Gehäusegrößen mit 43 und 47 Millimetern. Beide Modelle verfügen über ein AMOLED-Touchdisplay, eine Titan-Lünette, Saphirglas und ein ComfortFit-Textilarmband.
Besonders interessant sind die Funktionen, die Garmin erstmals beziehungsweise in erweiterter Form direkt auf das Handgelenk bringt: Schwungmetriken, Golf-Vitaldaten und Green Reading.
Garmin Approach S72: Die wichtigsten Daten im Überblick
| Merkmal | Garmin Approach S72 |
|---|---|
| Gehäusegrößen | 43 mm und 47 mm |
| Display | AMOLED-Touchdisplay |
| Glas | Saphirglas |
| Lünette | Titan |
| Armband | ComfortFit Textil-Armband |
| Golf-Funktionen | u. a. Schwungmetriken, Green Reading, Golf-Vitaldaten, Satellitenbilder |
| Gesundheitsfunktionen | Herzfrequenz, Stresslevel, Body Battery, Schlafanalyse |
| Telefonfunktion | Lautsprecher und Mikrofon integriert |
| Taschenlampe | Weißes Licht + Rotlicht |
| Akkulaufzeit Golf-Modus | bis zu 20 Stunden beim 47-mm-Modell |
| Smartwatch-Akku | bis zu 16 Tage beim 47-mm-Modell |
| Preis | 799,99 Euro UVP |
Die Akkudaten beziehen sich auf das größere 47-mm-Modell. Garmin nennt hier bis zu 20 Stunden im Golf-Modus sowie bis zu 16 Tage Nutzung als Smartwatch bei deaktiviertem GPS.

Design und Verarbeitung: Garmin macht die Approach S72 deutlich hochwertiger
Schon bei den Materialien zeigt Garmin, wo sich die neue Approach S72 positionieren soll. Das ist keine günstige GPS-Uhr für die gelegentliche Runde, sondern ein Premium-Wearable.
Die Kombination aus Titan-Lünette und Saphirglas dürfte vor allem Spielern gefallen, die ihre Golfuhr nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Alltag tragen möchten. Saphirglas ist insbesondere bei einer Uhr sinnvoll, die beim Golfen regelmäßig mit Schlägern, Trolley, Bag und anderen harten Oberflächen in Berührung kommen kann.
Neu ist zudem das leichte ComfortFit Textil-Armband. Garmin verspricht damit einen sicheren und gleichzeitig angenehmen Sitz am Handgelenk.
Positiv ist außerdem die Wahl zwischen 43 und 47 Millimetern. Wer keine große Sportuhr am Handgelenk tragen möchte, bekommt damit eine kompaktere Alternative. Das größere Modell dürfte dagegen für Golfer interessant sein, die Wert auf möglichst viel Anzeigefläche legen.
Unser Eindruck
Optisch entfernt sich die Approach-Serie damit ein weiteres Stück vom klassischen Golf-GPS und nähert sich hochwertigen Garmin-Modellen aus dem Fitness- und Outdoor-Bereich an.
Bei einem Preis von knapp 800 Euro ist das allerdings auch erforderlich.
Schwungmetriken: Eines der spannendsten Features der Approach S72
Richtig interessant wird die Garmin Approach S72 bei den neuen Schwungmetriken direkt am Handgelenk.
Die Uhr soll unter anderem Handgeschwindigkeit, Länge des Rückschwungs, Rotation des Handgelenks und weitere Parameter des Golfschwungs erfassen.
Gerade für ambitionierte Amateur-Golfer kann das spannend sein. Denn viele Veränderungen im Schwung basieren auf Gefühl. Das Problem: Gefühl und Realität liegen beim Golf bekanntlich nicht immer besonders nah beieinander.
Wenn sich beispielsweise ein vermeintlich kürzerer Rückschwung tatsächlich kaum verändert hat, können Daten dabei helfen, subjektive Wahrnehmung und tatsächliche Bewegung miteinander abzugleichen.

Kann die Approach S72 einen Launch Monitor ersetzen?
Nein – und das sollte sie auch nicht.
Ein Launch Monitor analysiert unter anderem Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel, Spin und Schlägerdaten mit völlig anderen technischen Verfahren. Die Approach S72 verfolgt einen anderen Ansatz: Sie liefert Bewegungsdaten direkt vom Handgelenk.
Das kann besonders beim Training interessant sein, weil kein zusätzliches Gerät aufgebaut werden muss.

Golf-Vitaldaten: Was passiert mit dem Puls vor dem wichtigen Putt?
Ein ungewöhnlich spannender Ansatz sind die neuen Golf-Vitaldaten.
Die Garmin Approach S72 misst während der Runde unter anderem die Herzfrequenz. Anschließend sollen Spieler erkennen können, wie sich ihr Puls vor und nach einzelnen Schlägen verändert hat und ob sich daraus Zusammenhänge mit dem Spielergebnis ableiten lassen.
Das klingt zunächst nach Spielerei – könnte aber durchaus interessant sein.
Fast jeder Golfer kennt die Situation: Auf der Range funktioniert der Schwung problemlos. Auf dem Platz kommt Druck dazu. Der Abschlag über Wasser, der kurze Putt fürs Par oder das letzte Loch eines Turniers fühlen sich plötzlich vollkommen anders an.
Die Herzfrequenz könnte zumindest einen Hinweis darauf geben, wie stark der Körper auf solche Situationen reagiert.
Wichtig: Die Gesundheitsdaten der Garmin Approach S72 sind keine medizinischen Messwerte und die Uhr ist nicht zur Diagnose oder Überwachung von Erkrankungen gedacht.
Green Reading: Die Uhr hilft jetzt sogar beim Lesen des Grüns
Eines der interessantesten neuen Features ist Green Reading.
Die Approach S72 greift dafür auf Green-Contour-Daten zurück und kann unter anderem anzeigen, in welche Richtung ein Putt brechen dürfte, wie stark die durchschnittliche Neigung des Grüns ist und welcher Zielbereich sich daraus ergibt.
Garmin möchte Spielern damit helfen, die Puttlinie schneller einzuschätzen. Für diese Funktion ist allerdings eine aktive Garmin Golf Mitgliedschaft erforderlich.
Gerade dieser Punkt dürfte Diskussionen auslösen. Denn eine Golfuhr, die nicht nur die Entfernung liefert, sondern auch beim Lesen des Breaks unterstützt, bewegt sich immer stärker in Richtung digitaler Caddie.
Wichtig für Turnierspieler
Vor dem Einsatz solcher Funktionen in vorgabenwirksamen oder Turnierrunden sollte unbedingt geprüft werden, welche Funktionen nach den jeweils geltenden Golfregeln beziehungsweise Turnierbedingungen zulässig sind.
Für Trainingsrunden ist die Funktion dagegen ausgesprochen interessant: Wer seine eigene Einschätzung des Breaks regelmäßig mit den Daten vergleicht, kann möglicherweise lernen, Grüns langfristig besser selbst zu lesen.
Putt-Analyse: Garmin nimmt das kurze Spiel genauer unter die Lupe
Auch nach der Runde soll die Approach S72 mehr Daten liefern.
Über die Garmin Golf App können unter anderem Informationen zu Geschwindigkeits- und Richtungsabweichungen sowie Erfolgsquoten bei Putts ausgewertet werden. Auch hierfür ist laut Garmin eine entsprechende Golf-Mitgliedschaft notwendig.
Das ist insbesondere für Spieler interessant, die nicht nur wissen möchten, wie viele Putts sie gebraucht haben. Denn die Zahl der Putts allein erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Wer aus zwölf Metern zweimal puttet, hat hervorragend geputtet. Wer aus 80 Zentimetern zweimal puttet, eher nicht. Detailliertere Putting-Daten können deshalb bei der Trainingssteuerung deutlich aussagekräftiger sein.
Satellitenbilder helfen bei der Platzstrategie
Eine weitere Premium-Funktion sind Satellitenbilder der Spielbahnen.
Damit lassen sich beispielsweise Layup-Zonen, Bunker, Wasserhindernisse, bevorzugte Landezonen und strategische Zielbereiche besser einschätzen. Auch diese Funktion setzt laut Garmin eine aktive Garmin Golf Mitgliedschaft voraus.
Gerade auf unbekannten Golfplätzen kann das ein echter Vorteil sein. Wer schon einmal auf einem Dogleg stand und nicht wusste, ob hinter der Ecke noch 180 oder nur 110 Meter bis zum Grün liegen, versteht den Nutzen sofort.
Training auf der Driving Range wird Teil der Garmin-Auswertung
Garmin erweitert außerdem die Driving-Range-Aktivität.
Trainingseinheiten können in Garmin Connect gespeichert werden. Gleichzeitig lassen sich dort auch die neuen Schwungmetriken analysieren. Dadurch fließen Range-Einheiten in die Aktivitäts- und Fitnessauswertung ein.
Das passt zur generellen Ausrichtung der S72: Sie soll nicht erst am ersten Abschlag interessant werden, sondern den Golfer auch beim Training begleiten.

AMOLED-Display: Auf dem Golfplatz ein wichtiger Faktor
Schon die Approach S70 setzte auf AMOLED. Garmin bleibt dieser Technologie bei der S72 treu.
Gerade bei Golfuhren ist ein gutes Display wichtiger als bei vielen anderen Smartwatches. Course Maps, Grünformen, Hindernisse und Entfernungen müssen mit einem kurzen Blick erkennbar sein – idealerweise auch bei hellem Sonnenlicht.
Wie gut sich die S72 unter realen Bedingungen bei direkter Sonne ablesen lässt, muss ein ausführlicher Praxistest zeigen.
Lautsprecher und Mikrofon: Jetzt wird die Golfuhr zur echten Smartwatch
Garmin spendiert der Approach S72 Lautsprecher und Mikrofon. Damit können Nutzer über eine entsprechend verbundene Uhr Anrufe tätigen und entgegennehmen. Außerdem lassen sich bestimmte Funktionen per Sprachbefehl bedienen.
Für die eigentliche Golfrunde ist das kein entscheidendes Kaufargument. Für eine Uhr, die Garmin ausdrücklich auch als Begleiter im Alltag positioniert, ist es allerdings ein konsequenter Schritt.
Denn wer 800 Euro für eine Smartwatch bezahlt, möchte sie vermutlich nicht nach Loch 18 ablegen.
Eine Taschenlampe in der Golfuhr – braucht man das?
Auch eine integrierte LED-Taschenlampe gehört zur Ausstattung. Sie bietet verschiedene Helligkeitsstufen mit weißem Licht sowie eine Rotlichtfunktion.
Auf den ersten Blick ist das kein klassisches Golf-Feature. Wer allerdings schon einmal morgens um 6:30 Uhr sein Bag beladen oder nach Sonnenuntergang Pitchgabel, Ballmarker oder Schlüssel im Golfbag gesucht hat, könnte seine Meinung schnell ändern.
Es ist wahrscheinlich keine Funktion, wegen der jemand die Approach S72 kauft. Hat man sie aber einmal, dürfte sie überraschend häufig zum Einsatz kommen.
Fitness und Gesundheit: Die Approach S72 will auch nach der Runde am Handgelenk bleiben
Garmin beschränkt sich längst nicht mehr auf Golf. Die Approach S72 bietet unter anderem Herzfrequenzmessung am Handgelenk, Stresslevelmessung, Body Battery, erweiterte Schlafanalyse, verschiedene Gesundheitsdaten sowie vorinstallierte Aktivitätsprofile und Kraft- und Mobilitätstraining.
Damit wird aus der reinen Golfuhr zunehmend eine vollwertige Sport-Smartwatch.
Und genau das dürfte für viele Käufer entscheidend sein. Eine 800-Euro-Uhr ausschließlich für vier oder fünf Stunden Golf pro Woche wäre schwer zu rechtfertigen. Wer sie zusätzlich fürs Laufen, Fitnessstudio, Schlaftracking und den Alltag nutzt, bekommt deutlich mehr Gegenwert.
Akkulaufzeit: Mehrere Runden sollten problemlos möglich sein
Beim größeren 47-mm-Modell nennt Garmin bis zu 20 Stunden im Golf-Modus und bis zu 16 Tage im Smartwatch-Modus bei ausgeschaltetem GPS.
Rein rechnerisch sollten damit mehrere Golfrunden zwischen zwei Ladevorgängen möglich sein.
Wie stark die tatsächliche Laufzeit durch AMOLED-Helligkeit, GPS-Nutzung, Herzfrequenzmessung, Satellitenbilder und andere Funktionen beeinflusst wird, muss der Alltagstest zeigen.
Garmin Approach S72 vs. Approach S70: Lohnt sich das Upgrade?
Die Approach S70 war bereits eine der umfangreichsten Golfuhren auf dem Markt. Die S72 setzt deshalb nicht einfach auf eine komplette Neuerfindung.
Die wichtigsten Argumente für den Wechsel sind vielmehr Schwungmetriken direkt am Handgelenk, die neuen Golf-Vitaldaten, das erweiterte Green Reading, zusätzliche Putting-Analysen, Satellitenbilder, Mikrofon und Lautsprecher, die integrierte Taschenlampe sowie die Premium-Materialien mit Titan und Saphirglas.
Wer bereits eine Approach S70 besitzt und vor allem Entfernungen, Course Maps und den virtuellen Caddie nutzt, muss deshalb nicht zwangsläufig sofort wechseln.
Datenfans und ambitionierte Golfer bekommen mit der S72 dagegen einige tatsächlich neue Analysewerkzeuge.
Garmin Approach S72: Für wen lohnt sich die Golfuhr?
Die Garmin Approach S72 dürfte besonders interessant sein für Golfer, die regelmäßig spielen, gerne ihre Daten analysieren, auf unbekannten Plätzen unterwegs sind, ihre Golfuhr auch beim Training nutzen, Wert auf hochwertige Materialien legen, zusätzlich Fitness- und Gesundheitsfunktionen möchten und eine Golfuhr auch im Alltag als Smartwatch tragen wollen.
Wer dagegen hauptsächlich Entfernungen zum Grün und zu Hindernissen benötigt, findet im Garmin-Portfolio günstigere Alternativen.
Denn 799,99 Euro sind eine Ansage. Garmin positioniert die Approach S72 damit eindeutig als Premiumprodukt.
Fazit zur Garmin Approach S72: Golfuhr, Caddie und Analyse-Tool in einem
Die Garmin Approach S72 zeigt ziemlich deutlich, wohin sich Golfuhren entwickeln.
Früher beantworteten sie hauptsächlich eine Frage: Wie weit ist es noch bis zum Grün?
Die S72 möchte deutlich mehr wissen. Wie schnell bewegst du deine Hände im Schwung? Wie lang ist dein Rückschwung? Wie verändert sich dein Puls unter Druck? In welche Richtung fällt das Grün? Wo liegt die strategisch beste Landezone?
Damit entwickelt sich Garmins Golf-Flaggschiff immer stärker vom Entfernungsmesser zum digitalen Analyse-Tool.
Besonders spannend wirken Schwungmetriken, Green Reading und die Golf-Vitaldaten. Gleichzeitig machen Saphirglas, Titan, AMOLED-Display, Fitnessfunktionen, Mikrofon, Lautsprecher und Taschenlampe die S72 zu einer Uhr, die nicht nur vier Stunden auf dem Golfplatz getragen werden möchte.
Der größte Kritikpunkt liegt auf der Hand: 799,99 Euro sind viel Geld, zumal einige der interessantesten Golf-Funktionen zusätzlich eine Garmin Golf Mitgliedschaft voraussetzen.
Für den gelegentlichen Golfer ist die Garmin Approach S72 deshalb wahrscheinlich überdimensioniert. Für technikaffine Vielspieler, Statistikfans und Golfer, die ohnehin eine hochwertige Garmin-Smartwatch suchen, könnte sie dagegen eine der interessantesten Golfuhren des Jahres 2026 sein.
| Ausstattung | 9,5/10 |
| Golf-Funktionen | 10/10 |
| Alltagstauglichkeit | 9/10 |
| Preis-Leistung | 7,5/10 |
| Gesamteindruck | 9/10 |




























