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Selbstbewusstes Golf: 5 Tipps für das mentale Warm-Up

Selbstbewusstes Golf
Foto: LONDONDEPOSIT
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Es ist Sonntag morgen, Du fährst zum Golfclub und freust Dich auf das bevorstehende Turnier. Wie immer wärmst Du Deinen Körper auf, schlägst Dich ein (oder auch nicht) und bist rechtzeitig und voll motiviert am 1. Abschlag. Nach der Runde stellst Du demütig fest, dass es einfach nicht Dein Turnier sein sollte und Du fragst Dich, ob Du Dich vielleicht besser hättest vorbereiten können.

Vielleicht länger einspielen, das nächste Mal doch Bunkerschläge üben oder zuerst mit dem Putten anfangen? Diese Fragen sind durchaus wichtig und sollten bedacht werden. Hast Du Dich aber auch einmal gefragt, wie Deine Gedanken und die Einstellung vor dem Start ist? Was Du 1-2 Stunden vor dem Start denkst, hat einen Einfluss auf Dein Selbstbewusstsein, das Körpergefühl und demnach auch auf die Golfleistung.

5 Tipps für selbstbewusstes Golfspiel

Ich möchte Dir nachfolgend ein paar Tipps geben, wie Du Dich vor der Runde mental „einschlagen“ kannst:

Begeisterung statt Grübelei

Entscheide Dich für Begeisterung anstatt Grübeleien über die möglichen Ausgänge: Wenn Du Golf spielst, dann golfe mit Leidenschaft. Du musst immerhin nicht arbeiten oder einer anderen Tätigkeit nachgehen. Du spielst Golf, weil Du es liebst und es Dich begeistert. Wenn Du unvoreingenommen an den Start gehst, dann genieße das Spiel, egal wie Du punktest. Veränder Deine Einstellung und sei dankbar, anstatt Ansprüche zu stellen.

Für was bist Du dankbar? Familie? Gesundheit? Wenn Du an diese Sachen mehrmals am Tag denkst, wirkt sich dies auf Deine Gesundheit aus: Du bist glücklicher, besser gestimmt und stabiler in stressigen Situationen. Wenn Du an persönlichen Dinge denkst, wirst Du Dich auch auf dem Golfplatz besser fühlen – unabhängig vom Score. Auch Bubba Watson berichtete nach seinem Masters Sieg 2012 über seine Einstellung zur Dankbarkeit und wie sie ihm beim Spiel geholfen hatte.

Positives visualisieren

Stelle Dir ein positives Ergebnis vor: Nimm Dir vor dem Start ein paar Minuten Zeit, um Deine Runde zu visualisieren. Du kannst Loch für Loch durchgehen und Dir dabei zuschauen, wie Du Deine persönliche Leistung abrufst.

Da das Gehirn nicht unterscheiden kann, ob Du Dir etwas vorstellst oder es real erlebst, erzeugst Du ein positives Gefühl und Selbstbewusstsein. Du kannst Dir aber auch nur ein paar Schläge vorstellen – auch Schläge, die Du bereits in anderen Turnieren gemacht hast. Stelle Dir dabei nicht nur den Schlag vor, sondern beziehe alle Sinne mit ein: Wo war der Schlag? Wie hast Du Dich gefühlt? Wo in Deinem Körper hast Du gespürt, dass es ein guter Schlag war? Was hast Du gedacht oder gesagt? Wie war Deine Körpersprache? Du wirst so wieder das positive Gefühl des Schlages aktivieren können. Nick Faldo visualisiert übrigens auch am Abend vor dem Turnier seine realistischen Birdie-Löcher.

Atmung und Vorstellungskraft bei Nervosität

Betrachtest Du Nervosität als etwas Negatives? Musst Du nicht! Denn eine gewisse Anspannung vor dem Turnier ist ganz normal und auch jeder Tour-Spieler hat sie. Nervosität sorgt dafür, dass wir aufmerksamer sind und das Turnier als wichtig ansehen. Ohne dieses Gefühl wären wir wahrscheinlich gelangweilt, der Fokus liegt bei anderen Dingen und Du wärst weniger im „Turniermodus“.

Ist jedoch die Nervosität zu stark, dann konzentriere Dich zum Beispiel auf Deine Atmung. Eine hilfreiche Technik ist, wenn Du beim Einatmen auf vier (1,2,3,4) und beim Ausatmen auf sechs (1,2,3,4,5,6) zählst. Wiederhole dies ein paar kurze Minuten. So sorgst Du für eine ausreichende Sauerstoffaufnahme und Du bleibst im Hier und Jetzt. Das Gehirn kann nicht zwei Sachen auf einmal ausführen – das Zählen hilft also, dass keine unnötigen Gedanken „reinplatzen“.

Wenn Du eine Vorstellungstechnik bevorzugen, dann „beame“ Sie Dich an Deinen Lieblingsort und schotte Dich ab. Wo bist Du? Was machst Du? Wer ist eventuell dabei? Was riechst, fühlst oder hörst Du? Atme auch hier wieder tief ein und aus. Übe die Techniken am besten im Alltag (im Stau, an der Kasse usw.), sodass sie in stressigen Situationen leichter abrufbar sind.

Das richtige Ziel

Auch das Ziel, das Du Dir vorab setzt, kann Einfluss auf Deinen Leistungszustand und die Golfperformance haben. Wenn Du Dir zum Beispiel als Ziel setzt, dass Du dieses Turnier gewinnen willst oder unbedingt das Handicap verbessern möchtest, kann dies dazu führen, dass Du schon sehr angespannt und mit viel Druck in die Runde gehst. Und jede kleine Anspannung wirkt sich auf Deine Muskulatur aus. Welche Ziele es gibt und welche sich gut für eine Runde eignen, erzähle ich Dir in einem der nächsten Artikel.

Golf Turnier-Routine

Viele Athleten haben eine feste Routine, also einen Ablauf, den sie bei jedem Turnier gleich durchführen. Wie sieht diese bei Dir aus? Hast Du auch immer den gleichen Ablauf?

Erledigst Du zunächst die Organisation wie Scorekarte holen, Registrierung, beginnst dann vielleicht das physische Warm-up auf dem Grün mit Putts und Chips und gehst dann zur Range oder umgekehrt? Oder läuft es bei Dir ganz durcheinander ab, mal so und mal so?

Eine feste Routine gibt Sicherheit, Ruhe und Selbstvertrauen, da Du bekanntes abrufst. Zudem kannst Du sicher sein, dass Du an alles gedacht hast. Denke an gute Turniere, bei denen Du Dich wohlgefühlt hast. Wie hast Du Dich vorbereitet? Was kannst Du für Deine Routine übernehmen? Was machst Du in den letzten fünf, vier, drei Minuten vor dem Start? Schottest Du Dich ab, um den Fokus aufzubauen? Konzentrierst Du Dich auf die Atmung? Visualisierst Du? Probiere eine neue Routine in einer privaten Runde aus und simuliere ein Turnier. So findest Du am besten heraus, was Dir gut tut – und so kannst Du Deinen Ablauf ohne Druck entwickeln

Schönes Spiel!

Golf Mentaltraining
Golf ist zum großen Teil ein Kopfsport Foto: LONDONDEPOSIT