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„Putter-Fitting“ selbst gemacht – Happy Putter Tour Series im Test

Happy Putter Tour Series Pointed Mallet Test
Foto: OLAF GENTH
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Wenn ein Unternehmen sich schon „Brainstorm Golf“ nennt, dann dürfen die Erwartungen an das Produkt entsprechend hoch sein. Meine waren es jedenfalls und ich war positiv überrascht, was der Happy Putter Tour Series von Brainstorm Golf bietet.

Variables Konzept: Happy Putter Tour-Series

Die Kalifornier haben sich ein paar andere Gedanken gemacht als üblich und bieten etwas für mich völlig Neues: einen variablen Putter, der in verschiedenen Spezifika individuell eingestellt werden kann – vom Spieler selbst, wohlgemerkt.

Das nötige Werkzeug, einen Stellschlüssel, ein paar Zusatzgewichte, Zielhilfen und Schaftansätze, werden mit dem Putter mitgeliefert. Der Stellschlüssel ist in einem eigenen Stoffsäckchen verpackt, der Rest wird in einem separaten Fach mit Reißverschluss in der Putterhaube verstaut. Dass diese dadurch etwas größer als normal ausfällt, ist mir aber ehrlich gesagt erst beim zweiten Hinschauen aufgefallen.

Lieferumfang beim Happy Putter
Lieferumfang beim Happy Putter Foto: OLAF GENTH

Technische Eigenschaften – Basics

Schaft

Der Happy Putter Tour Series ist als Mid Mallet und als Pointed Mallet (wie mein Testexemplar) zu haben und wird mit drei unterschiedlichen Schaftlängen angeboten: Die Standardlängen von 33 bis 35 Inch dürften für die meisten Golfer ausreichend sein. Gegen Aufpreis bietet Brainstorm Golf aber auch „custom length“ an, also eine alternative Schaftlänge nach Wunsch des Kunden.

Schlagfläche

Die Schlagfläche ist normal breit, der Schriftzug „Happy“ (der sich auf allen Elementen immer wieder findet) ist eingraviert und der Sweet Spot ist durch eine spezielle Oberflächenstruktur hervorgehoben, die gleichzeitig für mehr „Grip“ am Ball sorgt.

Happy Putter Schlagfläche
Happy Putter Schlagfläche Foto: OLAF GENTH

Griff

Der Griff ist mitteldick und gummiert. Ich persönlich fand ihn sehr angenehm und hatte sofort das Gefühl von absoluter Sicherheit; da ist kein Verrutschen möglich, auch nicht bei feuchten Händen, weil man gerade den Eagleputt zum Sieg der Clubmeisterschaft machen kann 😉

Happy Putter Griff
Happy Putter Griff Foto: OLAF GENTH

Verschiedene Einstellungen individuell möglich

Ähnlich wie bei modernen Drivern lässt sich beim Happy Putter einiges spielerindividuell einstellen. Das ist regelkonform, solange es vor dem ersten Tee-off passiert. Während einer Golfrunde dürfen keine Änderungen mehr an den Schlägern vorgenommen werden.

Individuell einstellbar
Lie Individuell einstellbar Foto: OLAF GENTH

Werksseitig kommt der Happy Putter mit 3,5 Grad Loft und damit im üblichen Rahmen der meisten Putter. Man kann diesen Wert aber auch um zweieinhalb Grad erhöhen (wenn man den Ball mehr aus der Standmitte spielt) oder reduzieren, um mehr Topspin auf den Ball zu bekommen.

Der Lie-Winkel kann von den ebenfalls üblichen 71 Grad bei Lieferung auf 68 Grad gesenkt oder auf 74 Grad erhöht werden. Hier spielen vor allem die Größe des Spielers und die Körperhaltung beim Putten eine Rolle.

Wer das Gewicht des Putterkopfes als zu leicht empfindet, dem stehen zwei Zusatzgewichte zur Verfügung, die sich leicht einsetzen lassen, um die Ideallösung durch Ausprobieren zu finden (15 Gramm und 30 Gramm).

Loft ist einstellbar
Der Loft ist einstellbar Foto: OLAF GENTH

Schließlich bieten drei unterschiedliche Offset-Positionen (zero, half und full) die Möglichkeit, den Happy Putter auch in diesem Punkt an die individuellen Bedürfnisse des Spielers anzupassen. Von einem größeren Offset (Position der Hand beim Anlegen vor dem Ball) profitieren zum Beispiel vor allem Golfer mit der Tendenz, den Ball beim Putt anzuheben.

Je nach Vorliebe kann ich zudem eine Zielhilfe auswählen, die mittig hinter dem Putterkopf befestigt wird. Wer solch eine Zielhilfe nicht mag, der kann sie natürlich auch komplett weglassen. Für alle anderen stehen standardmäßig drei Aufsätze mit verschieden dicken Linien zur Auswahl.

Schlägerkopf mit Zielhilfe
Schlägerkopf mit Zielhilfe Foto: OLAF GENTH

Spieleigenschaften

Durch die Konfigurationsmöglichkeiten kann ich den Happy Putter tatsächlich nach meinen individuellen Vorlieben einstellen. Gewicht, Ausrichtung und Winkel passen also zum Spieler und vermitteln damit ein angenehmes Grundgefühl, wenn man den Ball anspricht.

Die Trefferfläche – der Sweet Spot – ist relativ klein, saubere Treffer aber fühlen sich ausgesprochen gut an. Der Ball geht angenehm weich vom Schlägerkopf, der Klang ist gut und je nach Lofteinstellung und Trefferqualität bekommt man tatsächlich auch gut Topspin auf den Ball.

Kleine Schlagfläche
Kleine Schlagfläche Foto: OLAF GENTH

Verfehlt man den Sweet Spot auch nur leicht, dann bietet der Schläger allerdings auch ein deutliches Feedback. Ein schlechter Treffer klingt wie ein schlechter Treffer und fühlt sich auch so an. Das hilft in diesem Moment zwar nicht mehr, weil der Ball schon auf dem Weg ist, aber der Unterschied zu einem sauberen Treffer ist so deutlich, dass man vielleicht sogar noch mehr darauf achtet, den Ball sauber zu spielen.

Happy Putter – Test-Fazit

Insgesamt war ich vom Happy Putter positiv überrascht. Er fühlt sich gut an und spielt sich tatsächlich auch gut. Optisch finde ich ihn ebenfalls sehr gelungen, die ganze Gestaltung, die Form und die Farben sind klasse und stimmig. Dass sich überall der Schriftzug „Happy“ wiederfindet, gefällt mir besonders – irgendwie vermittelt mir das gute Laune.

Die Einstellmöglichkeiten sind eine gute Idee, ersetzen aber sicher kein echtes Putterfitting (das sich zugegebenermaßen längst nicht jeder gönnt). Mit ein paar einfachen Handgriffen kann ich „meinen“ Putter konfigurieren, so dass ich mich mit ihm wohlfühle.

Wenn man nörgeln möchte, dann vielleicht darüber, dass es an einer vernünftigen (deutschen) Beschreibung fehlt. Mitgeliefert wird nichts Derartiges – auch wenn das System nicht allzu kompliziert ist. Auf der offiziellen Homepage gibt es ein (englischsprachiges) Video, in dem das „Fitting“-Prozedere dargestellt wird. Wer der Sprache folgen kann, findet hier etwas Orientierung.

Für offizielle 469,- Euro ist der Happy Putter Tour-Series auch in Deutschland zu bekommen. Der Preis ist stolz, das Konzept dahinter aber bis jetzt ziemlich einzigartig. Von daher, auch in Kombination mit der guten Spielbarkeit und dem schonungslosen Feedback ein angemessener Preis.

Happy Putter kaufen

Mehr Informationen: brainstormgolf.com

Happy Putter Tour Series Pointed Mallet
Happy Putter Tour Series als Pointed Mallet Foto: OLAF GENTH
Überblick der Rezensionen
Design
8.0
Performance
8.5
Handling
8.5
Preisleistung
8.2