Neue Golfregeln – die wichtigsten Änderungen ab 2016

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Alle vier Jahre überarbeiten der R&A und die USGA die Golfregeln. Seit dem 1. Januar 2016 sind daher einige neue bzw. überarbeitete Regeln durch die „turnusgemäßen Regularienanpassung“ in Kraft getreten. Ich habe ein paar wissenswerte Änderungen für Dich zusammen gefasst.

Keine Heraufsetzung des Hcp in Klasse 5

Das Beste zuerst: Das Handicap wird ab der Vorgabenklasse 5 (also Hcp 26,5 und höher) nach einem „schlechteren“ vorgabewirksamen Spielergebnis nicht mehr heraufgesetzt. Damit gibt es in der Vorgabenklasse 5 keine Notwendigkeit für eine Pufferzone mehr (wie bisher schon bei den Vorgaben 37 bis 54). Wenn ein Spieler in diesen Klassen sein Spielpotenzial dauerhaft und deutlich nicht mehr erreicht, so hat der Vorgabenausschuss des Heimatclubs allerdings die Möglichkeit, die Vorgabe dem Spielpotenzial anzupassen. Darum kann übrigens auch der Spieler selbst bitten (macht ja auch keinen Spaß, wenn man dem Hcp immer hinterher spielt).

Extra Day Score Runde / EDS

Gute Nachrichten für Turniermuffel, die dennoch die Vorgabe runterspielen wollen: Die sogenannte EDS-Runde ist zukünftig auf allen Plätzen von DGV-Mitgliedern möglich, statt wie vorher ausschließlich auf dem Platz des Heimatclubs. Dies bietet den Vorteil, dass Wettspielstress vermieden werden kann (der gerade für Anfänger störend ist). Der Zeitpunkt der vorgabewirksamen Runde wird vom Spieler bestimmt und nicht vom Wettspielkalender des (Heimat-)Golfplatzes.

EDS-Runden sind nun in jedem Golfclub möglich © jfx / GOLF1

EDS-Runden sind nun in jedem Golfclub möglich © jfx / GOLF1

Distanzmessgeräte mit unerlaubten Funktionen

Seit 2006 können Distanzmessgeräte per Platzregel erlaubt werden. Jedoch dürfen diese ausschließlich die Distanz messen – andere unerlaubte Funktionen (z.B. Messen von Steigung/Gefälle) dürfen nicht vom Spieler genutzt werden. Bisher war es ein klarer Regelverstoß, ein Gerät zu nutzen, auf dem eine entsprechend unerlaubte Funktion installiert war – unabhängig von der tatsächlichen Nutzung der Funktion durch den Spieler. Durch die Regelneuerung dürfen nun z.B. Smartphones zur Distanzmessung genutzt werden, auch wenn auf diesen z.B. eine Wasserwaage oder andere unerlaubte Hilfsmittel installiert sind.

Gestaffelte Strafe bei Verwendung unerlaubter Hilfsmittel

Gestaffelte Strafe bei unerlaubten Hilfsmitteln © jfx / GOLF1

Gestaffelte Strafe bei unerlaubten Hilfsmitteln © jfx / GOLF1

Apropos Wasserwaage: Golf ist ein herausforderndes Spiel, bei dem Erfolg vom Urteilsvermögen, dem Geschick und den Fertigkeiten des Spielers abhängt. Bisher wurde ein Spieler bei der Verwendung ungebräuchlicher Ausrüstungsgegenstände bzw. künstlicher Hilfsmittel (z.B. Schwungsensoren, Messgeräte sofort disqualifiziert. Neuerdings ist die Strafe gestaffelt: Beim ersten Verstoß erhält der Spieler 2 Strafschläge (im Lochspiel Verlust des Lochs) und erst beim wiederholten Regelverstoß wird er disqualifiziert.

Fixieren des Schlägers

Auch ausgefallenste Schlagtechniken (z.B. im Zusammenhang mit überlangen Puttern) waren bisher erlaubt. Nun ist das sogenannte Fixieren des Schlägers verboten: Weder der Schläger, noch die Hand oder der Unterarm dürfen am Körper angelegt oder abgestützt werden. Die langen „Besenstiel“-Putter als solche sind aber weiterhin zugelassen. Anfang des Jahres konnte man Bernhard Langer dabei beobachten, wie er seinen Putting-Stil aufgrund dieser Regelüberarbeitung ändern musste.

Kein Fixieren des Putters am Körper mehr © molka / depositphotos

Kein Fixieren des Putters am Körper mehr © molka / depositphotos

Keine „aktiv“ Kennzeichnung

Die Kennzeichnung „aktiv“ auf Stammblättern entfällt künftig. Bisher wurden alle Stammblätter mit diesem Vorgabenstatus gekennzeichnet, deren Vorgaben auf mindestens drei vorgabenwirksamen Ergebnissen im laufenden Jahr oder mindestens vier vorgabenwirksamen Ergebnissen im Vorjahr beruhten.

Handicap erspielen

Für alle Golfanfänger: Das erste Handicap – in der Regel bisher EGA-Vorgabe 54 – muss seit Januar 2016 tatsächlich mit der nötigen Stableford-Nettopunktzahl erspielt werden und wird nun nicht mehr mit Bestehen der Platzreifeprüfung automatisch vergeben. Mit Erreichen der Platzreife erhält der Spieler künftig nur den Eintrag „PR“ bzw. „PE“ im Stammblatt und auf seinem DGV-Ausweis.

Das Handicap muss in einer vorgabewirksamen Runde erspielt werden © jfx / GOLF1

Das Handicap muss in einer vorgabewirksamen Runde erspielt werden © jfx / GOLF1

Schnellere Wiederzuerkennung der Vorgabe

Für die Wiederzuerkennung einer Vorgabe (z.B. für längere Dauer pausiert, nicht geführt oder gesperrt) reicht künftig das Ergebnis von nur einer, statt wie bisher von drei Runden aus. Dies betrifft alle Spieler, deren Vorgabe länger als ein Jahr nicht geführt wurde.


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Über den Autor

Jan

Jan ist Medienprofi und leidenschaftlicher Sportler. Anfang 2014 entdeckte er seine Begeisterung für Golf und gründete daraufhin das Golfportal GOLF1.

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