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Konzentration beim Golf: Punktgenau fokussiert sein und bleiben

Konzentration beim Golf
Foto: PIXABAY
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Golf Mental TrainingKonzentration ist wichtig beim Golf! Du musst nicht immer konzentriert sein – aber dann, wenn es erforderlich ist. Was genau dies nun für Dein Golfspiel bedeutet und welche Tipps Dir helfen, den Fokus auf Deine Konzentration zu legen, erkläre ich Dir.

Schätze doch mal: Wieviel reine Golfzeit (Routine und Schlagausführung) verbringt ein Durchschnittsgolfer beim Golfspiel, wenn wir von einer 4,5 Stunden-Golfrunde ausgehen? Es sind etwa 44 Minuten! Das bedeutet: 15% Golfen und 85% Laufen, Bälle suchen, stehen, warten…

Du musst beim Golf gar nicht ständig konzentriert sein, sondern nur dann, wenn es erforderlich ist. Das unten abgebildete Bild macht dies deutlich: Abschlag, Fairway, (eventuell noch ein Schlag) und Grün. Hier gilt es, sich zu Konzentrieren!

Konzentration beim Golfspiel
Hier musst Du Dich konzentrieren Foto: PEXELS

Beim Abschlag, den Fairway-Schlägen sowie bei den Putts sollte Deine Konzentration beim Schlag sein und nicht auf äußere Dinge gerichtet sein wie Hindernisse, vergangene Schläge/Löcher, die Arbeit oder das letzte Gespräch mit Deinem Flightpartner. Die folgenden Tipps werden Dir helfen, punktgenau konzentriert zu sein.

Tipps für Konzentration beim Golfspiel

Konzentration an- und ausschalten

Stelle Dir Deine Konzentration wie einen Strahl einer Taschenlampe vor. Du kannst ihn an- und ausschalten. Schalte den Strahl also vor dem Schlag ein und nach dem Schlag wieder aus. Wir werden uns auch noch mit dem Thema Routine beschäftigen und anschauen, wie die Routine in einzelne Bereiche aufgeteilt werden kann. Die Routine unterstützt Dich ebenfalls für den Bereich Konzentration.

Trigger

Erarbeite für Dich einen sogenannten Trigger. Ein Trigger ist ein Symbol oder Ritual, welches Dich darauf hinweist, Dein „Golfgehirn“ anzuschalten. Dies kann zum Beispiel folgendes sein:

  • Handschuh anziehen
  • Wenn Du den Trolley auf Höhe des Balls abstellst
  • Kündige Deine Konzentrationsphase innerlich mit einem Signal-Wort an („FOKUS“, „LOS GEHTS“ etc.)
  • Tippe Dir an die Kappe
  • Drücke mit dem linken Fuß vor dem Schlag ein imaginäres Pedal

Nach dem Schlag bzw. der Akzeptanzphase (mehr dazu im kommenden Artikel zur Routine) kannst Du ebenfalls mit einem Trigger die Konzentrationsphase beenden, z.B.

  • Handschuh ausziehen
  • Golfbereich verlassen
  • Signal-Wort
  • Tippe Dir an die Kappe
  • Tippe Dir an die Kappe
  • Drücke mit dem rechten Fuß ein imaginäres Pedal

Konzentration richtig nutzen

Immer wieder bekomme ich mit, dass Golfer zwar voll konzentriert sind, aber dennoch ihre Konzentration nicht nutzen können. Es hilft also kaum etwas, wenn Du viel und (noch) mehr Konzentration haben möchtest, wenn Dein Fokus auf den Dingen liegt, die für den Schlag bzw. Deine Aufgabe nicht hilfreich sind.

Beeinflussen und Kontrollieren

Im Golf gibt es Bereiche, welche nicht-kontrollierbar, beeinflussbar und kontrollierbar sind. Konzentriere Dich auf die Sachen, die Du beeinflussen bzw. kontrollieren kannst und die in Deiner Hand liegen – anstatt auf Dinge, die Du nicht kontrollieren kannst.

Beeinflussbar bzw. kontrollierbar: Ernährung, Schlagvorbereitung, Pre-Shot Routine, Gedanken und Gefühle vor dem Schlag, Körpersprache und Schlagausführung
Nicht beeinflussbar: Referee, Platzbedingungen, Wetter, Mitspieler, Ergebnis Platzzustand, Regeln usw.

Schätze Dich mal ein: Wie oft liegt Dein Fokus bei den nicht-kontrollierbaren, bei den beeinflussbaren und bei den kontrollierbaren Dingen? Ziel ist es, die nicht-kontrollierbaren Dinge zu „ignorieren“, ihnen keine Bedeutung zukommen zu lassen und die Energie in die beeinflussbaren und kontrollierbaren Dinge zu stecken. Frag Dich öfters mal, auf was gerade Dein Fokus liegt und lenke ihn dann gezielt auf die Dinge, die Du beim nächsten Schlag positiv beeinflussen kannst.

Fokus einstellen

Du kannst Deinen „Konzentrationsstrahl“ – also den Fokus – unterschiedlich einstellen: ganz weit oder eng. Betrachte das nächste Bild. Bei einem weiten Fokus fängst Du alles ein: das Meer, den Abgrund, die Insel im Hintergrund (komplett irrelevant für den Schlag) und die Wasserpfähle. Bei einem engen Fokus siehst Du das Grün, die Position der Fahne, die Landezone (falls Du vorlegen möchtest) und vor allem auch die sicherste Stelle (falls der Schlag nicht ganz optimal werden sollte).

Konzentration ist wichtig beim Golf
Konzentration ist wichtig beim Golf Foto: PIXABAY

Beide Konzentrationsstrahlen sind hilfreich, wenn man sie in der richtigen Situation anwendet. Wenn Du Dich am Abschlag befindest, kann zunächst ein weiter Strahl nützlich sein, da Du einen guten Überblick über die Bahn bekommst (Hindernisse, Lochverlauf usw.). Zudem kann das Bild und das Einsetzen des Konzentrationsstrahls hilfreich sein, da Du mit Deiner Konzentration beim jetzigen Schlag bist und nicht beim letzten Schlag oder bei einem vergangenen Loch. Stelle Deinen Strahl dann vor dem Schlag auf eng. Du hast dann nur noch Deine Landezone und das Ziel im Visier. Dieses Umschalten ist wichtig, da Dein Fokus sonst auf den falschen äußeren Dingen liegen kann.

Konzentration ausschalten und entspannen

Wie Du eingangs schon gelesen hast, hat die Zeit zwischen den Schlägen den größten Anteil an Deinem Spiel. Nachdem Du also Deine Konzentration ausgeschaltet hast, gehe zum entspannten Teil über. Hier ein paar Ideen, was Du tun kannst und vor allem auch, warum es wichtig ist, sich zu entspannen:

Energie aufteilen

Es ist kaum möglich, die Konzentration auf der Runde zu 100% immer aufrecht zu halten. Du würdest viel zu viel Energie und Kraft aufwenden, die Du besser aufteilen und einsetzen kannst. Du kennst das bestimmt von Deinem Handy: Wenn Du Empfang, WIFI und Bluetooth angeschaltet hast, dann wird der Akku auch schneller leer sein, als vielleicht nur bei normalem Empfang. Und vielleicht ziehen im Hintergrund auch noch Apps unterschiedliche Daten.

Wahrnehmung

Schaue Dir die Umgebung und Natur an und nimm sie wahr. Lasse den Blick in die Ferne schweifen, das entspannt ebenfalls.

„Wegbeamen“

Denke an ein schönes Erlebnis oder „beame“ Dich an einen besonderen Ort. Wo und was genau war da? Was hast Du dort gemacht? Wer war noch dabei? Was hast Du gefühlt?

Dankbar sein

Zähle Punkte auf, für die Du dankbar bist, die vielleicht nicht selbstverständlich sind und die Du zu schätzen weisst.

Positiv sein

Bleiben Sie gedanklich bei guten, erfolgreichen Schlägen oder Runden. Denke an Dinge, Sachen, Hobbies, die Dir Spaß und Freude bereiten. Singe ein Lieblingslied.

Zwei Phasen trainieren

Sobald Du wieder in die Nähe Deines Balles kommst, nutze den individuellen Trigger, um das „Golfgehirn“ und die Konzentration anzuschalten. Trainiere diesen permanenten Wechsel – je mehr Du Dich bewusst in den Phasen aufhältst, um so leichter und routinierter wird es für Dich. Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ausprobieren und Trainieren der zwei unterschiedlichen Phasen!

Mehr Informationen: sportmentalcoaching.net

Sport Mental Coach
Raphaela Trunzer ist Mentaltrainerin und Sport Mental Coach Foto: R.TRUNZER