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Golfball liegt unterm Auto – Bewegliche und unbewegliche Hemmnisse

Golfball unterm Auto
Foto: BIRGIT PREISS

In Achim verirrte sich eine alte Dame im Dunklen mit ihrem Auto und landete auf dem örtlichen Golfplatz. Dort ließ sie den Wagen an einer Bunkerkante stehen. Das Fahrzeug wurde so zum Interieur eines vorgabewirksamen Wettspiels.

Decision Dec. 24/8 „Geparktes Auto“

Auto auf dem Golfplatz
Auto auf dem Golfplatz Foto: BIRGIT PREISS

Der Ball eines Spielers liegt unter einem geparkten Auto. Wie sollte der Spieler verfahren?

Falls das Auto ohne weiteres bewegt werden kann, so ist es wie ein bewegliches Hemmnis nach Regel 24-1 zu behandeln und zu bewegen.

Falls das Auto nicht alsbald bewegt werden kann, so ist es wie ein unbewegliches Hemmnis zu behandeln und der Spieler darf Erleichterung nach Regel 24-2 b in Anspruch nehmen.

In diesem konkreten Fall, in dem der Führer des Fahrzeuges nicht vor Ort ist und somit das Fahrzeug nicht bewegt werden kann, ist das Auto also nach Regel 24-2 b als „Unbewegliches Hemmnis“ zu behandeln!

Regel 24-1 – Bewegliches Hemmnis

Grundsätzlich kommt es im Zusammenhang mit beweglichen Hemmnissen meist zu der Anwendung von Regel 24-1a:

Von einem beweglichen Hemmnis darf ein Spieler straflos folgendermaßen Erleichterung in Anspruch nehmen:

a) Liegt der Ball nicht in oder auf dem Hemmnis, so darf das Hemmnis fortbewegt werden. Bewegt sich der Ball, so muss er zurückgelegt werden, und dies ist straflos, sofern das Bewegen des Balls unmittelbar auf das Fortbewegen des Hemmnisses zurückzuführen ist. Anderenfalls gilt Regel 18-2a.

b) Liegt der Ball in oder auf dem Hemmnis, so darf der Ball aufgenommen und das Hemmnis fortbewegt werden. Der Ball muss so nahe wie möglich dem Punkt unmittelbar unterhalb der Stelle, an der er in oder auf dem Hemmnis lag, nicht näher zum Loch, im Gelände oder im Hindernis fallen gelassen, auf dem Grün hingelegt werden.

Der Ball darf gereinigt werden, wenn er nach dieser Regel aufgenommen wurde. Solange ein Ball in Bewegung ist, darf ein Hemmnis, das die Bewegung des Balls beeinflussen könnte, nicht fortbewegt werden, ausgenommen die Ausrüstung irgendeines Spielers oder der bediente, entfernte oder hochgehaltene Flaggenstock.

Regel 24-2 – Unbewegliches Hemmnis

b) Erleichterung

Ausgenommen der Ball ist in einem Wasserhindernis oder seitlichen Wasserhindernis, darf ein Spieler von Behinderung durch ein unbewegliches Hemmnis folgendermaßen Erleichterung in Anspruch nehmen:

(I) Im Gelände: Liegt der Ball im Gelände, muss der Spieler den Ball aufnehmen und ihn straflos innerhalb einer Schlägerlänge von dem nächstgelegenen Punkt der Erleichterung – nicht näher zum Loch als dieser Punkt – fallen lassen. Der nächstgelegene Punkt der Erleichterung darf nicht in einem Hindernis oder auf einem Grün sein. Wird der Ball innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt der Erleichterung fallen gelassen, muss er zuerst an einer Stelle auf einem Teil des Platzes auftreffen, der die umschriebene Behinderung durch das unbewegliche Hemmnis ausschließt und sich
nicht in einem Hindernis oder auf einem Grün befindet.

Golfball liegt im Bunker

Was, wenn der Ball unter dem Auto außerdem noch im Bunker („Hindernis“) zur Ruhe gekommen ist? Dann greift Regel 24-2 b (II):

(II) Im Bunker: Ist der Ball in einem Bunker, muss der Spieler den Ball aufnehmen und fallen lassen entweder (a) straflos in Übereinstimmung mit obiger Ziffer (I), doch muss der nächstgelegene Punkt der Erleichterung im Bunker sein, und der Ball muss in dem Bunker fallen gelassen werden, oder (b) mit einem Strafschlag außerhalb des Bunkers, wobei der Punkt, an dem der Ball lag, auf einer geraden Linie zwischen dem Loch und der Stelle liegen muss, an der der Ball fallen gelassen wird, und zwar ohne Beschränkung, wie weit hinter dem Bunker der Ball fallen gelassen werden darf.

Auto im Bunker
Eine alte Dame hatte sich im Dunklen auf den Golfplatz verfahren Foto: BIRGIT PREISS
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