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Golf Mental Training: Die richtigen Ziele setzen und erreichen

Golf Mental Training
Foto: LONDONDEPOSIT
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Welche Ziele hast Du für Deine Golfrunde? Nach welchen Kriterien setzt Du Dein Ziel? Motiviert Dich Dein Ziel während der Runde oder frustriert es Dich vielleicht während der Runde, wenn Du es nicht mehr erreichen kannst?

Ziele haben Einfluss auf die Leistung

Wie Du im letzten Artikel schon erfahren hast, kann auch das Ziel positiven sowie negativen Einfluss auf Deine Leistung haben. Wenn Dein Ziel zu hoch gesteckt ist oder wenn Du ein bestimmtes Ergebnis erreichen möchtest, kann dies zu Druck, Anspannung oder emotionaler Unruhe auf dem Platz führen.

Nachfolgend möchte ich Dir das Ergebnisziel und das Handlungsziel vorstellen und Dir aufzeigen, wie Du Deine Ziele optimal formulierst.

Ergebnisziel: Fokus auf das Ergebnis

Das Ergebnisziel hat, wie es das Wort bereits verrät, den Fokus auf ein bestimmtes Ergebnis. Dies kann zum Beispiel „Top 3 bei den Clubmeisterschaften“, „Mannschaftsmeister 2018“ oder „Top 5 bei den Deutschen Meisterschaften“ sein.

Vielleicht hast Du Dir auch schon mal ein bestimmtes Rundenergebnis („Heute spiele ich eine 85“.) als Ziel gesetzt. Was aber passiert, wenn Du nach 13 Loch schon 11 oder 12 über Par liegst? Das Rechnen geht los: Welches Loch kannst Du Par oder sogar Birdie spielen? Was, wenn Du die schwere Bahn 17 wieder Doublebogey spielst? Diese Gedanken können bereits zu einer Anspannung der Muskulatur führen, was wiederum zu Druck und zu einem veränderten Schwungrhythmus führt. Zudem kann sich Dein Golfspiel von „aktivem Spiel“ hin zu „Fehler vermeiden“ verändern und wie Du vielleicht weisst, ist Angst nie ein guter Begleiter.

Wenn Dein Fokus auf dem Ergebnis liegt, bist Du auch mit Deinen Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft anstatt im Jetzt und bei Deiner Aufgabe. Ein Ergebnisziel hast Du auch nicht selbst in der Hand. Selbst wenn Du Deine beste Runde spielst, es kann immer noch ein Turnierteilnehmer besser spielen.

Handlungsziel: Fokus auf die Handlung

Anstatt sich also auf das Ergebnis zu konzentrieren, setze Dir lieber Handlungsziele. Bei Handlungszielen liegt der Fokus auf dem eigenen Prozess und somit hat man auch das Ziel in der eigenen Hand. Dies hat zum Einen den Vorteil, dass Du die Handlung kontrollierst, mit Deiner Konzentration also im JETZT und bei der bevorstehenden Aufgabe bist. Zum Anderen sind es Handlungen, die Dich dabei unterstützen, erfolgreich zu sein.

Handlungsziele können für jeden Bereich des Spiels definiert werden, nachfolgend ein paar Beispiele:

  • Klare Schlag- und Zielvisualisierung
  • Klarer Plan für jeden Schlag und diesen immer zu 100% ausführen (hilfreich kann hierbei auch sein, das Ergebnis schon vor Schlagausführung zu akzeptieren)
  • Tiefer Atemzug vor jedem Schlag und/oder Putt
  • immer eine positive Körpersprache haben, unabhängig des Scores
  • gute Akzeptanz nach schlechten Schlägen (mehr zum Thema Akzeptanz folgt später)
  • rechtzeitige Abgrenzung von Mitspielern, um mich auf den Schlag zu konzentrieren

Schreib Dir 2-3 Handlungsziele auf eine extra Scorekarte und haken nach jedem Loch ab, ob Du das Ziel erreicht hast. Wenn Du das Ziel ausgeführt hast, war der Schlag erfolgreich, egal wo der Ball gelandet ist. Beginne mit den Handlungen, die Dich am meisten unterstützen können Deinen Fokus, Tempo und Rhythmus zu behalten. Die Handlungsziele können für ein paar Wochen fest stehen, dann kannst Du sie immer wieder anpassen oder wenn Du möchtest sie auch von Turnier zu Turnier neu definieren.

Die richtige Zielformulierung

Egal, ob Handlungsziel oder Ergebnisziel – folgende Punkte helfen für die richtige Zielformulierung:

  1. Suche Dir ein attraktives Ziel aus! Achte darauf, dass es Dein eigenes Ziel ist und Du nicht ein Ziel eines anderen verfolgst.
  2. Formuliere Dein Ziel positiv und so genau und detailliert wie möglich. Ein Ziel wie „Ich möchte mich besser auf den Schlag vorbereiten“, ist nicht genug. Was genau möchtest Du besser machen? Wie bereitest Du Dich vor? Welche Gedanken hast Du vor dem Schlag, welche positiven Bilder von Schlägen visualisierst Du?
  3. Wie kannst Du Dein Ziel messen? Woran erkennst Du, dass Du das Ziel erreicht hast? An was genau machst Du es fest?
  4. Setze Dir ein realistisches Ziel, das Du in Deiner Spielklasse erreichen kannst. Wenn Du zum Beispiel eine bestimmte Statistik (Putten) von der Tour erreichen möchtest, aber (noch) nicht die technische Fähigkeit hast, dann kann dies unnötigen Druck erzeugen. Beachte auch die Platzbedingungen. Wenn die Grüns in einem weniger guten Zustand sind und nicht treu laufen, der Ball vielleicht auch verspringt, dann kann ein Puttziel für dieses Turnier auch Stress und Druck verursachen.

Handlungsziele statt Ergebnisziele

Handlungsziele sorgen also zum Einen dafür, dass wir uns mehr auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, anstatt vor dem Schlag an den möglichen Ausgang zu denken. Zudem beschäftigt sich der Spieler mit der Umsetzung, also was er tun kann, um sich bestmöglich vorzubereiten, positiv und geduldig zu bleiben und den Schlag optimal zu planen und auszuführen. Ich erlebe es oft, dass sich Spieler zwar ein besseres Gefühl vor dem Schlag wünschen, sie sich aber nicht mit dem WIE beschäftigen oder was sie selbst dafür tun können. Mit den Handlungszielen kann dies verändert werden.

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung Deiner Ziele!

Mehr Informationen: sportmentalcoaching.net

Sport Mental Coaching
Autorin Raphaela beim Sport Mental Coaching Foto: RAPHAELA TRUNZER